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Montag, März 21, 2011

„Wenn Wahlen etwas ändern [und/oder bewirken ] würden ...

... dann wären sie garantiert verboten."

Leider weiß ich nicht, von welchem klugen Menschen diese Feststellung stammt, aber ich rufe sie all jenen zu, die mit großen Krokodilstränen die stetig sinkende Wahlbeteiligung bejammern.
Mittlerweile dämmert den meisten Bürgerinnen und Bürgern mehr und mehr die Erkenntnis, daß sie zwar ihr Kreuz machen können, wo sie möchten, aber kurze Zeit darauf müssen sie es eben auch tragen, dieses Kreuz.
Bei der jüngsten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt blieben 47 % der Wählerinnen und Wähler den Urnen fern. Bei der Wahl davor (2006) waren es sogar nur 44,4 %, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.
Sind wir Deutsche inzwischen wirklich so unpolitisch und desinteressiert, wie uns die Massenmedien glauben machen wollen? Sind uns Sport, ein Sonntagsspaziergang, die täglichen Soaps und knüppelblöde „Unterhaltung“ tatsächlich wichtiger als die Freiheit der politischen Meinungsbekundung?
Ich bin eher vom Gegenteil überzeugt und denke, daß dort, wo die Menschen direkt von den Auswirkungen dilettantischer, gefährlicher und korrupter Politik persönlich betroffen sind (AKWs, Castor-Transporte, aberwitzige und unsinnige Großprojekte wie Stuttgart 21 etc.), sich erheblicher Widerstand und Protest regt. Die Menschen hierzulande wissen ziemlich genau, was sie wollen, und noch genauer wissen sie, was sie n i c h t wollen!
Die Crux dabei ist, daß sich dieses Staatswesen zwar nach innen und außen einen demokratischen Anstrich gibt, es sich aber bei näherer Betrachtung de facto um eine Konzerndiktatur handelt, kaum einen Deut besser als jede, x-beliebige Bananenrepublik in Afrika oder Südamerika.
In Wahrheit regieren nicht die vom Volk gewählten Vertreter, sondern die Interessen- und Lobbyverbände der Industrie und der Banken dieses Land. Die, die sich erbitterte und heiße (Schein-) Gefechte (hübsche Allegorie) in Debatten liefern, sind in Wahrheit nur die Marionetten derer, die im Hintergrund die Strippen ziehen. Immer weniger machen die sich auch Mühe, diese Tatsache vor ihren scheinbaren „Arbeitgebern“, den Wählern, zu verbergen (siehe Hinterzimmer-Atomdeal zur AKW Laufzeitverlängerung, Mövenpick-Sonder MwSt.) etc.).
Die Menschen wenden sich – zu Recht - angewidert von dieser Form von Politik ab, weil sie nur allzu genau wissen, daß sie gegen solch miese Machenschaften keinerlei Einflußmöglichkeiten haben.
Aus diesem Grund bleiben die Wählerinnen und Wähler diesen Alibi-Veranstaltungen (so genannten „Wahlen“) fern. Aussagen wie: „Dagegen kann man als Einzelner sowieso nichts machen“, oder: „Die machen doch eh, was sie wollen“ etc. drücken diese im wahrsten Sinne des Wortes Ohnmacht des Volkes aus.
Dadurch, daß sich heutige Politik – übrigens nicht allein hier in Deutschland – als Selbstbedienungsladen für einige Wenige darstellt, verweigern immer mehr Menschen der Politik und deren Repräsentanten die Gefolgschaft. Das kann man beklagen, aber man sollte gleichzeitig auch tabulos über Alternativen nachdenken.
Das Internet als noch einzig verbliebenes, zensurfreies und unabhängiges Medium unter den sonstigen, gleichgeschalteten Medienhuren dieser Parteien- bzw. Konzerndiktatur, bietet erstmals die Chance, Politik bzw. Demokratie vollkommen neu und vor allem
l e b e n d i g zu gestalten.
In Zeiten von E-Mail, Foren und Blogs etc. ist es nahezu anachronistisch, an den vollkommen überholten Formen von Wahlen fest zu halten. Demokratie kann und sollte sich nicht länger an Kommunal- Landtags- und Bundestagswahlen fest machen. Demokratie sollte nach meiner Meinung keine Momentaufnahme des Volkswillens sein, sondern vielmehr ein stetiger Prozess.
Heute haben wir jene Mittel und Möglichkeiten, um tatsächlich und buchstäblich j e d e individuelle Vorstellung und Meinung berücksichtigen zu können. Dazu sind allerdings neue Strukturen erforderlich, die noch errichtet werden müssen. Solch eine Infra-Struktur ist aus technischer und sonstiger Sicht keine große Herausforderung. Was jedoch wesentlich wichtiger in diesem Zusammenhang ist, ist der WILLE, eine Veränderung hin zu einer BASIS-Demokratie überhaupt herbeiführen zu wollen. Da habe ich allerdings erhebliche und begründete Zweifel.
Demokratie, in ihrem heutigen Erscheinungsbild, ist eine absolute Farce und nur ein lächerliches Schmierentheater. Die Akteure auf der politischen Bühne dienen schon lange nicht mehr dem Allgemeinwohl und schon gar nicht dem Eid, den sie einst abgelegt haben – von ganz wenigen Ausnahmen mal abgesehen, sondern sie sind, wenn nicht allein dem eigenen Wohlergehen verpflichtet, dann aber in hohem Maße den Interessen der wirtschaftlich Mächtigen in diesem Lande.
Solange dies so ist, wird auch die Wahlbeteiligung weiter sinken. Die Lobbyvertreter, sowie ihre willfährigen Komplizen aus fast allen Parteien, sind wohl kaum an Veränderungen interessiert, und daher wird sich am Status Quo auch nichts ändern.
Dem oft zitierten „Mann auf der Straße“ werden diese Zusammenhänge mehr und mehr klar, und er erkennt, wer ihn stets und ständig dreist belügen und für dumm verkaufen will. Zudem wird die breite Masse mit niveauloser, so genannter „Unterhaltung“ und Sport sediert, und von den gleichgeschalteten Systemmedien und deren Propaganda manipuliert. Eine, wie auch immer geartete, politische Mündigkeit kann und soll auch offenbar nicht entstehen.
So viel zu den Alibi-„Wahlen“ und der zu recht stetig sinkenden Wahlbeteiligung. In nicht allzu ferner Zukunft, wenn sich irgendein CDU- oder SPD-Kasper, selbst bei nur 10%iger Beteiligung zum Wahlsieger/Wahlsiegerin erklärt, hat sich dieses Lügensystem definitiv und ultimativ selbst entlarvt, und dann wird auch denen klar, die nur über einen IQ unterhalb der eigenen Körpertemperatur verfügen, daß sie nach Strich und Faden verarscht und als „Stimmvieh“ für welche Interessen auch immer mißbraucht worden sind!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Diese Aussage stammt von Kurt Tucholsky.